Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Prohlis

Neugierig

 … schaut dieser kleine Nachtfalter über die Pflanze.* Und da schaut er in eine Fotolinse – na toll. Was will denn dieser Fotomensch auf meiner Wiese? Kann der zu so früher Zeit nicht noch schlafen? So mag der kleine Falter denken. Und der Fotograf ist froh, den kleinen Kerl erwischt zu haben. Auch er war neugierig, wer sich denn da so alles auf der Bergwiese herumtreibt. Für einen Moment treffen sich die Blicke – da winzige Insektenaugen – hier staunende Menschenaugen. Und während der kleine Kerl vermutlich nicht viel mehr sieht, als eben den Fotoapparat, schweift der Blick des Fotofreundes weiter über die Wiese, den blauen Himmel, den nahe gelegenen Wald bis hinunter zu den verträumten Häuschen im Dorf. Im Urlaub ist viel Zeit die Natur zu entdecken. Es lohnt sich am frühen Morgen, wenn noch der Tau auf den Gräsern liegt, mit neugierigen Augen über eine Wiese zu gehen. Da halten die Insekten Morgenschlaf bzw. können wegen des Taues auf ihren Flügeln nicht wegfliegen. Zeit, die kleinen Wunder Gottes in Ruhe zu bestaunen und vielleicht auch zu fotografieren. Für mich ist Urlaub eine geniale Gelegenheit die reiche Vielfalt von Gottes Schöpfung zu bestaunen. Und oft kann ich dann aus tiefster Überzeugung mit dem Psalmisten beten: „Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du hast sie alle weise geordnet und die Erde ist voll deiner Güter“ (Psalm 104, 24). Und man kann Neues kennenlernen – hätten Sie z. B. gewusst, dass der kleine Schmetterling „Sechsfleck-Rotwidderchen“ (Zygaena filipendulae) heißt? Ich auch nicht, aber ein Fachbuch bzw. das Internet verrät es uns. Und auch dafür ist im Urlaub Zeit, sich mal mit einer Sache in aller Ruhe zu befassen, ein gutes Buch zu lesen, die gemachten Fotos mehrfach anzuschauen (dabei auch welche zu löschen) und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Natürlich lohnt auch immer ein Spaziergang zur Kirche im Ort. Der Urlaub ist im Jahr das, was der Sonntag in der Woche ist: Mir von Gott geschenkte Zeit zum Ausspannen, Staunen, für Begegnungen, Neues zu entdecken und den Schöpfer zu loben. Dazu muss man oft gar nicht weit reisen – das Gute liegt manchmal so nahe.
Und so wünsche ich auch Ihnen die Neugier, um das Schöne in Gottes herrlicher Natur zu entdecken,

Ihr Michael Sollfrank

* Titelblatt des Gemeindebriefes 

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